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Alt 26.06.2005, 21:49   #10 (permalink)
SteveLorenzios
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und hier der text der bikesportnews:
Zitat:
Sensation in Frammersbach: Hannes Genze ist Europameister




(26.06.05/kg) Im Sprint erst fiel die Entscheidung, und da war schließlich Hannes Genze, der Deutsche Marathon-Meister, um einen halben Meter vor dem Schweizer Andreas Kugler.

Er hatte sich zuletzt noch intensiv auf diese Europameisterschaft konzentriert und sich sorgsam mit Grundlagentraining und Straßenrennen darauf vorbereit. Heute zahlte sich das für Hannes Genze vom SRM Simplon Team aus. Unter einem trüben Himmel, aus dem es aber nicht regnete und schon bald die Sonne herauskam, gingen die Marathonfahrer mit einem Höllentempo in das Rennen. Da wurde nicht gebummelt und herumtaktiert, vom ersten Meter weg ging es voll zur Sache.
Nach der ersten Runde von 60 Kilometern hatte sich bei den Herren überhaupt nichts geklärt. Eine etwa zwanzig Mann große Führungsgruppe mit so ziemlich allen Favoriten war beisammen und powerte den Grabig hoch, jenen legendären Anstieg beim Spessart-Bikemarathon, an dem heute einige Tausend Zuschauer standen und für eine begeisternde Stimmung sorgten.
Dass diese Gruppe kleiner werden würde, war abzusehen. Aber auch gegen Ende der zweiten Schleife waren noch zwölf Mann – allesamt echte Titelanwärter – Reifen an Reifen. Hannes Genze fuhr bewusst als Erster in den Grabig-Anstieg: »Ich habe attackiert, denn ich wollte das Rennen auf den letzten Kilometern von vorn fahren. Und die Zuschauer haben mich den Grabig regelrecht hochgeschrien. Wenn mich dann einer überholt hätte, wäre ich ihm halt nachgesprintet«, erklärte er im Ziel und führte weiter aus: »Oben stand Mark-Timo Weichert und hat mir zugerufen: 'Fahr weiter, die anderen platzen weg!' Und als ich mich umsah, waren sie tatsächlich weggebrochen. Aber ich war so blau da oben, dass Andreas Kugler wieder aufschließen konnte und der Rest der Spitze wieder näher heranrückte.«
Genze ging dennoch als Erster in die letzte Abfahrt, sein ärgster Widersacher Kugler hatte aber mit seinen dünn profilierten Reifen in der Abfahrt nichts gegen den Deutschen zu melden. Alban Lakata, der EM-Dritte des letzten Jahres, war da um Platz 15 herum schon abgeschlagen, und auch Carsten Bresser, der WM-Dritte 2003, hatte keine Chance mehr. Mit dabei in der Spitzengruppe neben Hannes Genze aber noch zwei weitere Deutsche: Karl Platt und Thomas Nicke hatten große Ambitionen.
Das Start-Ziel-Areal in Frammersbach glich derweil einem Hexenkessel, es war brechend voll mit Menschen, die den möglichen Sieg eines Deutschen bereits von den Sprechern Sven Simon und Stephan Salscheider angekündigt bekommen hatten. Knisternde Spannung lag in der Luft, und es wurde ein unglaublicher Nervenkitzel. Hannes Genze lag in der Kurve zum Ziel schräg etwas hinter Kugler in Lauerstellung, zog aber dann den Sprint an und kurbelte mit einem Wahnsinnsantritt neben dem Schweizer und brachte seinen Vorderreifen einen knappen halben Meter vor Kugler über die Ziellinie – unter frenetischem Jubel der vieltausendköpfigen Zuschauerschar. Kugler wurde Zweiter, dessen Landsmann Sandro Späth Dritter, und die undankbare Holzmedaille (4. Platz) blieb dem unglücklichen EM-Titelverteidiger aus Frankreich, Thomas Dietsch vom Bianchi-Agos-Team. Der Österreicher Martin Kraler, WM-Vierter und ehemaliger Spessart-Sieger, musste sich mit dem fünften Platz abfinden. Dietsch und Kraler, die viel Führungsarbeit über die 120 Kilometer geleistet hatten, stand die Enttäuschung in Großbuchstaben ins Gesicht geschrieben.
Mehr als zufrieden aber war natürlich der Organisationsleiter des 9. Spessart Bike Marathon bzw. der Europameisterschaft, Alfred Moritz vom TUS Frammersbach: »Es war grandios, dann noch einen deutschen Titel – besser geht es kaum.« Mehr als 2300 Teilnehmer genossen das herrliche Bikewetter in Frammersbach, allein über 600 gingen auf die Langdistanz. Die Organisation funktionierte erneut wie ein Schweizer Uhrwerk, die Strecke begeisterte, und die Siegerehrung im gerammelt vollen Festzelt begeisterte: Mit »Stand up for the Champions« ließen unzählige Zuschauer die Europameister hochleben, mit »Time to Say Good-Bye« beschloss man feierlich ein rundum gelungenes Marathon-Wochenende. Frammersbach hat sich klar für noch größere Aufgaben bestens empfohlen.
Die weiteren Platzierungen liegen uns noch nicht vor, werden aber in Kürze nachgereicht. Auch in der nachfolgenden kurzen und provisorisch erstellten Ergebnisliste könnten sich noch Änderungen ergeben, da widersprüchliche Meldungen vorliegen und wir noch keine offizielle Liste haben.
Ergebnisse (inoffiziell)
1. Hannes Genze (GER) 4:31:36
2. Andreas Kugler (SUI) 4:31:37
3. Sandro Späth (SUI) 4:31:57
4. Thomas Dietsch (FRA) 4:32:09
5. Martin Kraler (AUT) 4:32:28
6. Peter Roman (SUI)?
7. Thomas Nicke (GER)
8. Karl Platt (GER)
.....
12. Alban Lakata (AUT)


(Quelle: Sven Simon – in Frammersbach)
Zitat:
Nochmals Podiumsplatz bei Marathon-EM: Jüngst ist Zweite




(26.06.05/kg) Auch bei den Damen nimmt eine Deutsche eine Medaille mit nach Hause: Birgit Jüngst wurde Zweite hinter der Finnin Pia Sundstedt. Der dritte Platz ging an Blaza Klemencic.

Die Damen waren zusammen mit den Herren auf die Strecke gegangen, bei ihnen entstanden relativ früh große Abstände – wohl auch, weil sie sich im Getümmel schnell aus den Augen verloren. Nach der ersten Runde sah alles ganz nach einem Sieg der zweifachen XC-Weltmeisterin Marga Fullana aus Mallorca auf, die sich gut abgesetzt hatte. Aus noch unbekanntem Grund aber stieg Fullana kurz darauf aus dem Rennen aus.
So gehörte fortan die Spitzenposition der Finnin Pia Sundstedt, der Lebensgefährtin des BDR-Arztes Olaf Schumacher, die in Willingen und in Kirchzarten zwei große Marathons gewonnen hatte, ohne zuvor je als Langstreckenspezialistin in Erscheinung getreten zu sein. Sundstedt brachte auf ihrem Specialized-Bike aus dem Jahr 2002, das sie – nebenbei bemerkt – von Manuel Fumic hat, einen Vorsprung zwischen fünf und zehn Minuten locker ins Ziel. Pia Sundstedt stammt aus dem finnischen Karleby. Sie ist 30 Jahre alt, fährt seit ihrer Jugend Straßenrennen, hat einige Straßenweltcups gewonnen, ist Olympiateilnehmerin. Wenn sie nicht Rad fährt, ist sie auch gerne auf Langlauf-Ski unterwegs. Jetzt lebt sie in Freiburg. »Ich war ganz überrascht, als ich an Marga Fullana vorbeiziehen konnte. Inzwischen trainiere ich gar nicht mehr so viel; dass es so gut gelaufen ist, kann ich mir nicht erklären«, gab die neue Europameisterin nach dem Zieleinlauf zu Protokoll.
Mit Birgit Jüngst (Multivan Merida Biking Team), der Europameisterin 2003, hatte man auf der zweiten Position nicht zwangsläufig rechnen müssen. Auch sie hatte zwar zuletzt in Willingen und Kirchzarten gewonnen, aber auf den kürzeren Distanzen. Ein großer Langdistanzerfolg fehlte in der aktuellen Saison noch. Vielleicht war gerade das ausschlaggebend für ihre Stärke am heutigen Tag in Frammersbach. Jüngst zeigte ein tolles Rennen, holte sich absolut verdient den Vizetitel und war mit der Silbermedaille mehr als zufrieden: »Super Stimmung, super Strecke. Ich bin sehr zufrieden, hier in Frammersbach den Vizetitel geholt zu haben.« Obwohl Jüngst eigentlich am Ende der Saison ihre Karriere beenden wollte, möchte sie in Frammersbach wieder dabei sein: »Ich werde mir das nochmals überlegen, denn ich will unbedingt nach Frammersbach zurückkehren.«
Jüngst erreichte den Platz, den Sandra Klose (Fuji-Bikes) letztes Jahr in Polen eingefahren hatte. Klose, die man im Vorfeld eher als Jüngst zu den Medaillenanwärterinnen gerechnet hatte, zeigte ebenfalls ein gutes Rennen, musste aber hinter Titelverteidigerin Blaza Klemencic aus Slowenien, die über starke Rückenschmerzen klagte, mit dem vierten Rang vorlieb nehmen. Die Fuji-Bikerin verwies dabei aber so starke Fahrerinnen wie die Schwedin Anna Enocsson und die Schweizerinnen Esther Süss und Daniela Louis auf die nachfolgenden Plätze.
Ergebnisse (inoffiziell)
1. Pia Sundstedt (FIN)
2. Birgit Jüngst (GER)
3. Blaza Klemencic (SLO)
4. Sandra Klose (GER)
5. Anna Enocsson (SWE)
6. Dolores Mächler-Rupp (SUI)
7. Esther Süss (SUI)
8. Daniela Louis (SUI)



(Quelle: Sven Simon – in Frammersbach)
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Man muss nicht durchgeknallt sein,um dieses Hobby zu betreiben,aber es erleichtert die Sache ungemein.


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