Erfahrungsbericht von der ersten Tour
Die erste Kurztour führte uns nach St. Märgen im Schwarzwald. Dort lag bereits Schnee und in der Nacht hatten wir Temperaturen zwischen -3 bis -5°C.
Auf einigen welligen Abschnitten der A81 geriet das Fahrwerk in starke Schwingungen mit vertikalen Hopsen auf der Hinterachse ab 110 km/h, welches sich bis zu den Vordersitzen fortsetzte und man dort kräftig durchgeschüttelt worden ist. Ich führe das auf eine mangelhafte Feder/Tilgungsdämpfer – Abstimmung zurück. Bei Reduzierung der Geschwindigkeit während solcher Autobahnabschnitte ist das Fahrzeug aus dem Resonanzbereich gekommen und die Fahrt war wieder ruhig.
Die Fahrgeräusche sind auf einem sehr niedrigeren Niveau, unser VW-T4 California war da wesentlich lauter. Der Motor arbeitet sehr elastisch in allen Gängen, der zweite Gang ist für meinen Geschmack etwas kurz geraten, aber daran kann man sich gewöhnen.
Die Klappe im Dachbett springt durch den Liegedruck von oben immer auf. Die zwei winzigen Haltebleche können die Klappe nicht halten und sie müssen durch kräftige Flach- oder Rundriegel ersetzt werden. Oberhalb der Windschutzscheibe fehlt eine kleine Regenrinne, dies führt dazu, dass abgetauter Raureif z.B. vom Dach über die Scheibe läuft und ganz überraschend zu Sichtbehinderungen führt. Da ich bei meiner Körpergröße den Sitz ganz nach hinten schieben muss, sehe ich nur noch den halben Außenspiegel auf der linken Seite. Den Teppichboden hat man fehlerhaft zurechtgeschnitten und dann einen ca. 8 cm langen Streifen lose dazugelegt, was sicher noch nicht das letzte Wort von HYMER ist. Trotz des 2.fach geteilten Tisches kann man nicht ungehindert zum Fahrerhaus, hier hätte es geschicktere Lösungen gegeben. Um die Haltebänder der Duschvorhänge zu lösen, bricht man sich sämtliche Fingernägel ab. Für die Entriegelung der Sitzbänke hat man keinen richtigen Griff, sondern je eine einfache Imbusschraube eingesetzt, die meine Frau nicht betätigen kann. Der Belüftungsschlauch vom Boiler hat einen Knick am Anschluss, weil in diesem Bereich zu wenig Platz vorgesehen worden ist, hier muß ein anderer Anschluss her.
Sehr gut funktionieren die Gasheizung, der Boiler und die anderen Geräte. Wir waren angenehm überrascht, wie schnell es im Fahrzeug trotz der nächtlichen Kälte warm geworden ist und wie schnell Duschwasser bereit stand. Mit der Dusche sind wir sehr gut zurechtgekommen. Im Küchenbereich hat man leider keine Leiste angebracht auf der man nasse Geschirrtücher zum trocknen aufhängen könnte, hier müssen wir uns selbst behelfen.
Wir sind froh, dass HYMER in den Sanitärzugang eine Falt-Schiebetür eingebaut hat. So ist nichts im Weg und der Duschraum kann schön abtrocknen, was ein Schimmelbildung vermeiden hift.
Die Betten sind sehr bequem, ich schlafe mit meinen 192 cm oben und fühle mich dort sehr wohl. Meine bessere Hälfte benutzt das untere Bett und sie fühlt sich dort auch sehr wohl.
Die Einrichtung dünstet sehr wenig Lösemittel aus, was uns besonders gefreut hat. Wir haben das Fahrzeug zusätzlich noch mit einigen Geruchskillern ausgestattet um den "Neuwagen-Geruch" am Anfang noch zusätzlich abzudämpfen und kommen damit recht gut zurecht.
HYMER konnte noch nicht klären, welche Reifengröße wir als Winterreifen verwenden sollen. Es gibt in den Unterlagen wiedersprüchliche Aussagen.
Schade, dass man für das Fahrzeug kein Partikel-Dieselrussfilter bekommt. Niemand hätte bisher dazu Fragen gestellt. Wir dürfen auch keinen Bio-Diesel tanken, höchsten 5% dazumischen lt. schriftlicher FIAT_Aussage.
Wir sind von der Gesamtkonzeption des Fahrzeuges sehr begeistert und freuen uns schon auf weitere Unternehmungen. Der größte störende Punkt ist das unruhige Fahrwerk an dem sich HYMER noch versuchen muss.
Um was wetten wir, dass die Promobil-Tester diese Feststellungen nicht gemacht haben?
